Tagung in Salzburg Oktober 2021 - Call for Papers bis 30. Mai 2021

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100 Jahre Paulo Freire

Solidarität in der globalen Gesellschaft

Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft

 

14. bis 16. Oktober 2021

an der Paris Lodron Universität Salzburg

Fachbereich Erziehungswissenschaft – Schwerpunkt Bildungsforschung

Kultur- und Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät

 

Bitte senden Sie Ihre Einreichungen bis zum 30. Mai 2021 per E-Mail an: PauloFreire100Jahre@sbg.ac.at

 

Call for Papers

Paulo Freire war Wegbereiter und Erneuerer zahlreicher gesellschaftlicher Prozesse weltweit. Bekannt wurde er durch sein in zahlreiche Sprachen übersetztes Buch „Pädagogik der Unterdrückten“. Mit der von ihm entwickelten dialogisch-situativen Methode gelang es, innerhalb von 40 Unterrichtsstunden erwachsene Analphabeten zu alphabetisieren. Nach dem brasilianischen Militärputsch wurde er deswegen inhaftiert und später in die Verbannung geschickt. Erst als letzter Exilierter durfte er nach der Re-Demokratisierung Brasiliens in seine Heimat zurückkehren. Seine Impulse für innovative Denkansätze sind vielfältig und nötiger denn je. In unserer Zeit stellen durch Globalisierung und Digitalisierung bedingte globale Transformationen eine Herausforderung für sämtliche Bereiche unseres Lebens dar. Weder eine generelle Ablehnung derartiger Entwicklungen noch ein naiver, unkritischer Fortschrittsglaube können konstruktive Anregungen für eine menschenwürdige Zukunft anbieten.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Paulo Freire wollen wir dessen theoretische und methodische Ansätze aufgreifen sowie deren Relevanz vor dem Hintergrund aktueller Themen herausarbeiten. Die Tagung „Solidarität in der globalen Gesellschaft. Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft“ nimmt sich zur Aufgabe, zentrale Konzepte des weltweit einflussreichen Pädagogen und Gesellschaftswissenschaftler aus Brasilien für einen angemessenen Umgang mit aktuellen Entwicklungen fruchtbar zu machen. Sein dialogisch-situativer Ansatz bietet für diese Überlegungen zahlreiche theoretische und praktische Anregungen: Freires Kampf für Gerechtigkeit und Solidarität – und damit gegen Unterdrückung – ist beispielhaft für eine radikale Kritik am bestehenden, postkolonialen neoliberalen System und eröffnet uns neue, die bisherigen Grenzen überschreitende Möglichkeiten.

Welche Rolle spielen Solidarität, Dialog und Befreiung in einer globalen und digitalen Zukunft? Inwiefern eignen sich diese Konzepte um aktuelle Entwicklungen in Frage zu stellen? Welche Chancen könnte eine digitalisierte globale Zukunft für ein solidarisches, dialogorientiertes und herrschaftskritisches Miteinander mit sich bringen?

 

Neben diesen zentralen Fragen eröffnet sich ein breites Spektrum an weiteren Fragestellungen für diese Tagung:

  • Was bedeutet Solidarität in einer globalisierten und digitalisierten Weltgesellschaft?

  • Welche subjektiven Positionierungen bzw. Einstellungen in der Gesellschaft bestehen aktuell gegenüber Solidarität?

  • Inwiefern kann von einer Solidarität mit der Natur gesprochen werden? Inwiefern sind bei Freire Ansätze zu finden, in denen der Begriff der Natur in einer solidarischen Gesellschaft mitgedacht werden kann?

  • Wie könnten Lern-/ Bildungsprozesse im Sinne einer Pädagogik der Solidarität gestaltet werden?

  • Inwiefern wird kollektives, solidarisches oder gesellschaftsveränderndes Handeln durch aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen unterstützt oder verhindert?

  • In welchem Verhältnis stehen in Freires Verständnis Solidarität, Dialog und Befreiung zueinander?

  • Wie stellt sich der von Freire gelebte Kampf gegen Unterdrückung und Armut gegenwärtig dar? Welche Rolle spielt hierbei Gewaltfreiheit?

  • Welche Mittel der Bewusstseinsbildung auf dem Weg zur mündigen Bürger*in – im Sinne von Freire – sind mit Blick auf die sogenannte digitale Zukunft essenziell?

  • Welche Chancen und Risiken birgt die so genannte „digitale Zukunft“ für eine solidarische Bildungspraxis / für einen solidarischen Bildungsbegriff?

  • Welchen Stellenwert nehmen Dialog und Befreiung in einer digitalen Zukunft ein?

  • Wann wirken digitale Praxen befreiend, wann unterdrückend?

  • Welche (weiteren) Aspekte von Freires Theorien können für eine kritisch-reflexive Bildungsforschung und Bildungspraxis in emanzipatorischer Perspektive fruchtbar gemacht werden?

  • Welche Impulse gehen von Freires dialogisch-situativem Ansatz aus in die Bereiche Erwachsenenbildung, Schule, Soziale Arbeit und Theologie?

Im Sinne der grundlegenden Ideen der Pädagogik Paulo Freires, hoffen wir für unsere Tagung mit unserem Call for Papers Neugierde und Interesse zu wecken, kreative Ideen anzustoßen und kritisches Denken sowie politisches Handeln zu evozieren.
 
 
 

Beiträge 

Für verschiedene Panels: 15–20 Minuten je Paper.
 
Abstracts mit Titel, Namen der Autor*innen und Zusammenfassung (max. 200 Wörter) können in deutscher oder englischer Sprache eingereicht werden.
 
Bitte senden Sie diese bis zum 30. Mai 2021 per E-Mail an: PauloFreire100Jahre@sbg.ac.at
 
Bei Fragen wenden Sie sich gerne an das Organisationsteam: PauloFreire100Jahre@sbg.ac.atcht
 
 
 
 

In Kooperation mit:

Organisationskomitee:

  • Univ.-Prof. Dr. Wassilios Baros (Universität Salzburg)
  • Dr. phil. Joachim Dabisch (Paulo Freire Kooperation)
  • Dr. phil. Gerald Faschingeder (Paulo-Freire-Zentrum für transdisziplinäre Entwicklungsforschung und dialogische Bildung Wien)
  • Univ. Prof. Dr. Solvejg Jobst (Western Norway University of Applied Sciences)
  • Prof. Dr. Arnold Köpcke-Duttler (Paulo Freire Kooperation)
  • Dr. Jutta Lütjen (Universität Koblenz)
  • Prof. Dr. Ronald Lutz (University of Applied Sciences Erfurt)
  • Univ.-Prof. Dr. Joachim Schroeder (Universität Hamburg) 
 

Wir freuen uns darauf, Sie in Salzburg begrüßen zu dürfen!

14.-16. Oktober 2021 in Salzburg